Immunsystem - vorbeugen statt heilen

Unser biologisches Abwehrsystem (Immunsystem) beschützt uns gegen äussere Einflüsse wie schädliche Mikroorganismen (Bakterien, Viren etc.)oder fremdartige Substanzen, die nichts im Körper verloren haben. Ausserdem kann das Immunsystem auch körpereigene, fehlerhaft gewordene und entartete Zellen zerstören. 

Wie jedes System, braucht es Bedingungen die erfüllt sein müssen, dass das System fehlerfrei funktioniert. Im Vergleich zur Maschinenwelt gibt es klare Vorgaben bei der Anschaffung  einer Maschine, denn diese muss in regelmässigen Abständen inspiziert und gewartet werden. 

    • eine Inspektion stellt den IST-Zustand fest sowie die Ursachen der Abnutzung
    • eine Wartung dient der Verzögerung eines Abnutzungspotentials - oder auch Minimierung des Verschleisses von Elementen
    • eine Instandsetzung heisst, eine Rückführung zum voll funktionsfähigen Zustand

Das unglaublich hochentwickelte System Mensch mit seinem einzigartigen Immunsystem, welches unzählige Fremdstoffe erkennen, zerstören und entsorgen kann, ist trotzdem leicht verwundbar. Wir verfügen über natürliche Abwehrmechanismen wie Husten, Fieber, Schmerzen, Erbrechen, Angst, Asthma, Allergien,  Entzündungen, Durchfall, extremes Schwitzen etc. Zum Beispiel das Fieber, der Körper stellt in manchen Fällen die Körpertemperatur höher ein damit Krankheitserreger besiegt werden können. Oder eine laufende Nase bei einer Erkältung, wobei der Körper versuchen könnte, Erreger auszuscheiden. Wir erleben heutzutage eine sehr fortschrittliche und innovative Medizin, speziell auch durch die Digitalisierung. Medizin und Technik eröffnen immer mehr Ansätze zu Therapien und Lösungen. Und doch, bei vielen Krankheiten sind die Ursachen unbekannt. Wer an Krankheitszuständen unbekannter Entstehungsmechanismen leidet, steht vor einer grossen Herausforderung. 

Was können wir also tun, wenn wir bei einer Inspektion feststellen, dass wir allenfalls zu wenig Fokus auf die Wartung und Instandsetzung für unseren Organismus gelegt haben und unser Immunsystem mit konstanten Abwehrmechanismen reagiert? 

Eine Lösung wäre, wir ignorieren die Tatsache, dass der Körper nach Baustoffen/Nährstoffen zur Instandsetzung bettelt, wir aber nicht auf ihn hören und wir weiterhin das Essen, was uns schmeckt. Leider sind wir uns zu wenig bewusst, dass die falsche Nahrung über die Jahre krank machen kann, genauso wie Nahrung auch zur Instandsetzung unseres Systems zur Gesundheit dienen kann. Dieser Grundsatz ist längst bekannt und auch absolut nichts Neues. Man weiss ja auch schon lange, dass die Ernährungsmedizin darauf fokussiert ist, durch eine dauerhafte Ernährungsumstellung Krankheiten zu lindern oder gar zu heilen. Warum fällt es uns denn so schwer, uns mit diesem Thema so zu befassen, dass wir unseren Organismus endlich und dauerhaft mit den ganzen essenziellen Baustoffen füttern, die er so sehr braucht um ohne Macken zu funktionieren? Eine klare Antwort dazu gibt es nicht. 

Zum Beispiel Lid-Zucken und/oder Muskelkrämpfe - könnte daran liegen, dass der Organismus schweren Magnesiummangel (Übersäuerung) hat. Beim gesunden Körper liegt die gängige Empfehlung bei 350 mg bis 400 mg Magnesiumzufuhr pro Tag. Wenn Sie zum Beispiel bereits unter Lid-Zucken leiden oder unter Muskelkrämpfen, dann wissen Sie, dass Sie täglich mindestens 100 Gramm Kürbiskerne oder Weizenkleie essen sollten, sodass der tägliche Anteil an Magnesium als Baustoff für Ihren Organismus wieder zur Verfügung steht. Falls Plan A Kürbiskerne nicht zur Verfügung stehen, gehen Sie auf Plan B und führen Sie Ihrem Organismus Magnesium via Magnesiumlotion, oder Magnesiumöl oder auch Kapseln zu. Es gibt viele Varianten wie man einen Baustoff zu sich nehmen kann und es liegt uns fern, hier die Vorteile und Nachteile jeweils aufzulisten. Wichtig ist nur, die tägliche Dosis zuzuführen, egal ob via Plan A mit natürlichen Lebensmitteln oder Plan B in anderer Form. 

Wir werden alle immer wieder mit einzelnen reisserischen Headlines darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig zum Beispiel gewisse Mineralien oder Vitamine oder Aminosäuren oder auch Fettsäuren (Omega 3 etc.) für unseren Organismus sind.

Haben Sie noch den Durchblick? Vielleicht könnte ja einer dieser Baustoffe genau der sein, der Ihrem Organismus fehlt?

Vorbeugen ist besser als heilen 

Vielleicht könnte man ja auch versuchen, die ganzen essenziellen und damit lebensnotwendigen Baustoffe einmal über eine gewisse Zeit (vielleicht 3 Monate als Ansatz) zu kontrollieren/protokollieren und notfalls zu ergänzen. Es gibt unzählige Ernährungsexperten und auch Ärzte, die sich für dieses Thema interessieren und hier Unterstützung bieten können. Empfohlene Referenzmengen pro Tag sind ja ein Anhaltspunkt und gelten für gesunde Menschen. Geben Sie Ihrem Organismus in dieser Zeit alle essentiellen Bausteine, die der Körper braucht, um eine mögliche Instandsetzung durchführen zu können.

Am allerbesten tut man dies über die Nahrungsaufnahme, dort wo es möglich ist.

Plan A - Nahrung: 

  • Versuchen Sie, einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt sicher zu stellen. Denn ein ausgeglichener Haushalt erledigt als Nebenprodukt auch gleich eine konstante Entgiftung des Körpers und hilft dem Immunsystem, wieder die normale Funktion auszuüben, für welches es eigentlich konzipiert wurde. Besorgen Sie sich ein gutes Buch über Basische Ernährung. Dr. Otto Warburg, Biochemiker und Arzt, erhielt im Jahr 1931 in der Sparte Medizin den Nobelpreis, weil er entdeckte, dass Krebszellen nur im sauren Milieu entstehen können. Dies könnte uns doch dahingehend animieren, dieses Wissen präventiv in unseren Ernährungsplan einzubetten.
  • Versuchen Sie, täglich alle essenziellen Baustoffe in der allgemein anerkannten Tagesdosis/Referenzmenge aufzunehmen. Wo immer möglich, geben Sie dem Körper die Baustoffe in der natürlichen Form, welche er perfekt aufnehmen, verarbeiten und weiter umwandeln kann. Dort wo es nicht möglich ist oder an Tagen an welchen Sie keinen Zugriff auf natürliche Baustoffe haben, gehen Sie auf Plan B. 

Plan B - Ersatz in Form von Ergänzungsmitteln:

Die im DACH Raum definierten, essenziellen (lebensnotwendige) Baustoffe, die wir täglich brauchen für unseren Organismus, hier einmal kurz im Überblick:             Quellen: www.blv.admin.ch, DGE.de, nam.edu

 

 Vitamine L-Aminosäure Fettsäuren Omega 6/3 Verhältnis 5:1 Mineralstoffe Mengenelemente Mineralstoffe Spurenelemente
         
Vitamin A / Beta-Carotin (Provitamin A) Histidin Eicosapentaensäure / EPA (Omega 3) Calcium Chrom
Vitamin B1 Isoleucin Docosahexaensäure / DHA (Omega 3) Chlorid Cobalt (kooperiert mit B12)
Vitamin B2 Leucin Alpha Linolensäure / ALA (Omega 3) Kalium Eisen
Niacin Lysin Linolsäure (Omega 6) Natrium Fluor
Vitamin B6 Methionin   Magnesium Iod
Folat Phenylalanin   Phosphor Kupfer
Panthotensäure Threonin     Mangan
Biotin Tryptophan     Molybdän 
Vitamin B12 Valin     Selen
Vitamin C Arginin (Kinder/Senioren)     Zink
Vitamin D        
Vitamin E        
Vitamin K        
    Anmerkung 1)   Anmerkung 2)

 

 

Anmerkung 1) Mit unserer heutigen industriellen Ernährungsweise (mit hohem Anteil von Omega 6 Fettsäuren) wird es sehr schwer, das Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 (5:1 oder niedriger) Fettsäuren einigermassen zu erreichen. Man geht von Schätzungen aus, dass das Verhältnis in der westlichen Welt etwa 15:1 beträgt. Und hier kommt's...Beide Fettsäuren haben einen eklatanten Einfluss auf unsere Entzündungsvorgänge und die Blutgefässe. Omega 6 Fettsäuren verengen Blutgefässe und wirken mit an Entzündungsherden. Und was genau tut nun die Omega 3 Fettsäure für uns? Diese bewirkt dass die Gefässe erweitert werden, dass sich die Fliesseigenschaft von Blut verbessert und das Entzündungen gehemmt werden. Ein typisches Symptom von Omega 3 Mangel ist unter anderem eine sehr trockene Haut. Somit sollte der fettreiche Seefisch ab sofort auf keinem Menuplan mehr fehlen, denn immerhin bestehen ca. 10–15 % des Gehirns aus der Omega 3 Fettsäure Docosahexaensäure (DHA).

Anmerkung 2) Bei den Spurenelementen Arsen, Bor (bei Tieren essenziell), Nickel (bei einem Teil der Säugetiere essenziell), Silizium, Vanadium und Zinn wurde bisher  keine essenzielle Funktion anerkannt. Bor jedoch wurde Mitte 2020 in der Schweiz mit einem Referenzwert von 1mg/Tag aufgenommen. In USA gelten für Bor 3mg/Tag als unbedenklich. 

Quellen:
spitzen-praevention.com
dgom.de
naturheilkunde.de